Was haben Wolken mit gesunden Kinderaugen zu tun?

Die Antwort auf diese Frage und viele Tipps rund um das Thema

Kinderaugen erhältst Du weiter unten von mir.

 

Die Augen sind ein kostbares Gut, das wissen wir alle.

Rund 80% der täglichen Informationen gelangen durch die Augen in unser Gehirn! Um so wichtiger ist es, die Augen Deines Kindes in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

 

Worauf können wir achten, damit sich die Kinderaugen optimal entwickeln?

- Eine gesunde körperliche Entwicklung fördern

- Auf eine gesunde Ernährung achten

- Viel Tageslicht genießen, das heißt, sich viel im Freien aufhalten

- Im Vorschulalter maximal 30 Minuten Bildschirmkonsum täglich erlauben

- Sehspiele machen, wie sie weiter unten beschrieben sind

- Bei Auffälligkeiten einen Augenarzt und ggf. einen Funktionaloptometristen aufsuchen

 

Wie versprochen kommen wir jetzt direkt zu ein paar Sehspielen, so kannst Du sofort loslegen

Was haben nun Wolken mit gesunden Augen zu tun?

Hier kommt die Antwort mit der ersten Übung:

 

Wolkenbilder gucken

Als ich gestern durch unseren Stadtteil spazierte, ärgerte ich mich erst über die Hauswände, die mir den Blick in die Ferne versperrten.
Wie schön haben es da die Menschen an der Küste, die den Blick so richtig weit schweifen lassen können!
Zum Glück fiel dann mein Blick auf den wunderschönen Wolkenhimmel und das Problem war kein Problem mehr.
Deshalb mein Tipp: Geh
t so oft wie möglich raus, lasst Tageslicht in Eure Augen, beobachtet die Wolken und entdeckt viele Gesichter, Tiere und Formen drin.
Das macht Spaß,
vor allem in Begleitung. Und Kinder haben sowieso ganz viel Freude dran.
Was ha
bt Ihr denn in den Wolken entdeckt?
Bei mir war es gestern ein liegender Flaschengeist.

 

Warum hilft diese Übung Deinem Kind und warum solltest Du direkt mitmachen?

Wusstest Du schon, dass die Augen erst dann parallel stehen, wenn Du ein Objekt in mehr als 6 Metern Ferne betrachtest?
Das heißt also, dass die Augen in der Wohnung, im Büro, in der KiTa, im Schulzimmer,
usw.
immer mehr oder weniger Richtung Nase geschwenkt sind.
Das ist nicht schlimm, wenn es genügend gegenteilige Augenbewegungen gibt, um die Flexibilität in der Winkeleinstellung der Augen zu erhalten.
Gleiches gilt für die Schärfeeinstellung der Augen. Wir sind doch überdurchschnittlich viel mehr damit beschäftigt, unsere Augen in unserer nahen Umgebung scharfzustellen, als in richtig großer Ferne. Auch hier leidet die für gutes Sehen notwendige Flexibilität ungemein!

 

 

Und es geht gleich weiter: Die nächste Übung kann helfen, im Alltag große oder kleine Distanzen besser einzuschätzen:

 

Entfernungen schätzen

Es macht Sinn, Handlungserfahrungen mit der visuellen Erfahrung zu kombinieren.
So kann man
z.B. auf einem Spaziergang abschätzen, wie viele Schritte der nächste Baum, die nächste Laterne oder die eigene Haustür noch entfernt ist.
Im Kleinen kann man z.B. schätzen, wie oft ein Buntstift in der Breite des Tisches Platz hat oder wie viele Haarbürsten lang die Badewanne ist.
Es gibt sooo viele Beispiele, in jeder Situation und Umgebung kann man damit spielen.
Auf Instagram habe ich
neulich (bei frau_egu_lehrerin) einen tollen Beitrag über Schrittlängen von Tieren gefunden.
Sie hat Kartons mit Bildern von verschiedenen Tieren beklebt und dann eine Schnur in der entsprechenden
Schrittlänge angebracht. Zum Aufbewahren wird die Schnur einfach um den Karton gewickelt.
Das fand ich eine super Möglichkeit, um Informationen aus Büchern erfahrbar
und sichtbar zu machen.

 

Warum hilft diese Übung Deinem Kind?

Wir alle kennen diese Kinder, die alles anfassen müssen, um die Dinge ganz erfassen zu können. Sie schaffen es einfach nicht, „ nur mit den Augen zu gucken“.
Wer seinen Augen nicht trauen kann, hat auch Schwierigkeiten beim Einschätzen von Distanzen.
Das kann sich im Alltag zeigen, wenn das Kind z.B. Schwierigkeiten hat, ein Getränk aus der Flasche ins Trinkglas zu schütten, wenn das Kind überall aneckt, oder immer noch alles anfassen muss, um es zu „begreifen“, weil ihm einfach die Erfahrungen dazu fehlen.

 

 

Die nächste Übung trainiert eine bewusste Augensteuerung, was zum Beispiel zum Erlernen von lesen und schreiben eine wichtige Voraussetzung ist.

 

Der Augenpilot

Dein Kind liegt auf dem Rücken am Boden, Du nimmst bei seinen Füßen Platz.

Wie einen Steuerknüppel im Flugzeug nimmst Du jetzt die Zehen/ Füße Deines Kindes in die Hände und zeigst damit den Augen die Bewegungsrichtung.

Das Flugzeug (die Augen) fliegt rauf und runter, hin und her.

Und vielleicht macht es sogar einen Looping?

(Aus dem Buch: Sehspiele für Schuki von Marianne Wiendl)

 

Warum hilft diese Übung Deinem Kind?

Sie hilft hervorragend, spielerisch das bewusste Ansteuern der Augenbewegungen zu trainieren.

Außerdem erdet die Berührung der Füße Dein Kind. Gerade für Kinder, die gerne träumend durch das Leben gehen und denen es schwerfällt, sich zu konzentrieren, ist dies eine effektive Übung, die Spaß macht. Achtung! Stark Kurzsichtige bewegen die Augen bitte nur moderat!

 

 

Die letzte Übung hilft dabei, das visuelle Gedächtnis zu stärken:

 

Mit den Augen fotografieren

Dafür eignen sich CD Hüllen oder Bücher bestens.
Hier geht es darum, so viele Bildkomponenten wie möglich mit den Augen "fotografieren" zu können und danach das Gesehene aus dem Gedächtnis wieder abzurufen.
Du hältst die CD Hülle oder das Buch nur für den Bruchteil

einer Sekunde hoch!

Das Kind versucht gar nicht erst, die Einzelheiten mit den Augen zu scannen, sondern macht mit seinen Augen "ein Foto" und beschreibt danach das Bild, welches es jetzt noch einmal vor sein geistiges Auge holt. Es können zum Einstieg auch nur die Farben sein, die wahrgenommen wurden.

Du wirst erstaunt sein, wie gut das klappt.
Probiert es aus, viel Spaß dabei!

 

 

Bestimmt möchtest Du wissen, wie sich Störungen der Sehfunktionen früh erkennen lassen.

Ich habe eine kleine Checkliste mit Beispielen für Dich zusammengestellt:

 

Ja

Nein

Kurzer Malabstand (gilt auch für Lesen, Zeichnen, Schreiben)

 

 

Kopfdrehung beim Malen, Lesen, Zeichnen, Schreiben

 

 

Blattdrehung beim Malen, Lesen, Zeichnen, Schreiben

 

 

Verschiebt das Blatt nach links / rechts beim Malen, Lesen, Zeichnen, Schreiben

 

 

Verschiebt den Körper nach links / rechts beim Malen, Lesen, Zeichnen, Schreiben

 

 

Malt, zeichnet, schreibt über den Rand

 

 

Schlechtes Entfernungsschätzen (z.B. Getränk eingießen)

 

 

Probleme, Farben richtig zu benennen

 

 

Kopfschmerzen

 

 

Augen stehen nicht immer parallel bei Müdigkeit

 

 

Lichtempfindlichkeit

 

 

Reiseübelkeit

 

 

Stolpert und stößt sich oft

 

 

Kneift oft ein Auge zu

 

 

Ungeschickt / ängstlich beim Ballspielen

 

 

 

Bei schon 3x Ja sollten die Sehfunktionen bei einem Funktionaloptometristen getestet werden!

 

 

 

 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem Augenarzt und einem Funktionaloptometristen und warum ersetzt der Besuch des einen nicht den Besuch des anderen?

Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Problemen der visuellen Wahrnehmung führen.

Die visuelle Wahrnehmung entwickelt sich vom Säugling bis zum Greis – es gibt kein Ende der Entwicklung, denn Sehen ist nicht nur Physik oder Physiologie, Sehen ist in erster Linie Erfahrung!

Deshalb lassen sich visuelle Probleme nicht immer durch Eingreifen an einer einzigen Stelle lösen (z.B. durch Verordnung einer Brille), sondern es muss vielmehr das Sehverhalten insgesamt verändert werden.

Durch ein gezieltes Visualtraining werden Sehfunktionen wie Augenbewegungen, Blicksprünge, das Zusammenspiel der Augen und das Schärfebewusstsein in Zusammenhang mit der visuellen Wahrnehmung geschult.

Durch einen kontrollierten Lernprozess werden die visuelle Entwicklung und die Sehfunktionen gefördert und verbessert, um eine ideale Informationsverarbeitung zu erreichen.

Durch die immer höher werdenden Anforderungen an unsere Augen und der damit verbundenen visuellen Verarbeitung, sowie der gleichzeitig immer geringeren Bewegungserfahrung bei sinkendem Muskeltonus, treten immer häufiger funktionale Störungen des Sehsystems auf.

Der erforschte Zusammenhang zwischen der motorischen Entwicklung des liegenden Babys zum gehenden Kleinkind und der späteren räumlich-konstruktiven Wahrnehmung und Augensteuerung macht die Wichtigkeit des Screenings der Sehfunktionen deutlich.

Die Sehfunktionen spielen beim Schreiben und Lesen eine besondere Rolle und beeinflussen z.B. die Konzentration, die Ausdauer beim Lesen und Schreiben, die inhaltliche Erfassung eines Textes sowie die die räumliche Vorstellung. (Quelle: Praxis für Sehverhalten)

Der Augenarzt untersucht die Augen im Hinblick auf krankhafte Veränderungen, das ist sein Spezialgebiet.

Sollte vor dem Besuch beim Funktionaloptometristen noch kein Augenarztbesuch erfolgt sein, dann ist dieser vorab zu empfehlen, um Augenkrankheiten auszuschließen!

Der Augenarzt macht zudem Messungen zur Brillenglasbestimmung, wenn notwendig auch mit Hilfe von Augentropfen, die eine genauere Messung zulassen.

Der Augenarzt wird aber in der Regel nicht die Sehfunktionen testen.

Sollte also der Augenarztbesuch keinen Befund ergeben haben oder bestehen trotz des Tragens einer verordneten Brillenkorrektur weiterhin visuelle Auffälligkeiten, ist der Funktionaloptometrist der richtige Ansprechpartner.

 

Einen Funktionaloptometristen in Deiner Nähe findest Du im Internet unter:

www.wvao.org und www.boaf-eu.org

 

 

Und zum Ende noch ein paar Informationen über mich

Mein Name ist Christine Ambühl,

geboren bin ich 1967 in der Schweiz und 1987 habe ich meine vierjährige

Ausbildung zur Augenoptikerin erfolgreich abgeschlossen.

Seither haben mich die Themen Augen und Sehen nie mehr losgelassen

und ich konnte in meiner langjährigen Berufspraxis immer wieder

mein Wissen erweitern.

Ende 2012 führte mich dann die Liebe nach Deutschland, genauer nach Mülheim an der Ruhr.

In Mülheim habe ich mit Markus Elmendorf von der Praxis für Sehverhalten den perfekten Mentor gefunden, um mein Wissen enorm zu ergänzen.

Wir beziehen immer auch Körperübungen in unser Visualtraining mit ein, dafür haben wir Fortbildungen besucht und feilen permanent am perfekten individuellen Training für jeden Patienten.

Die Weiterbildung im Bereich der sensorisch integrativen Mototherapie inklusive der Thematik der persistierenden frühkindlichen Reflexe hat mir buchstäblich die Augen geöffnet und plötzlich haben sich ganz viele Fragen geklärt. Die Schulung zum Tomatis® Practitioner Level 1 hat mir zusätzlich die Welt des (zu)Hörens neu erschlossen und passend dazu hat die Fortbildung zum Thema Gleichgewicht bei Dorothea Beigel das Ganze abgerundet.

Zudem interessiere ich mich seit längerem für alles, was in Zusammenhang mit Ernährung steht und ich weiß dass es nicht einfach ist, sich im Dschungel der zum Teil widersprüchlichen Empfehlungen und sogenannt neuesten Erkenntnisse zurechtzufinden.

Sehr oft stelle ich fest, dass eine ganzheitliche Entwicklungsförderung, früh genug durchgeführt, vermutlich ganz viel Kummer und Schulfrust hätte vermeiden können. Deshalb habe ich das S I N E Präventions - Konzept entwickelt, um diese Lücke in der Prävention von Schulproblemen zu füllen.

 

Deine Christine Ambühl